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Erfolge in der praktischen Anwendung von IPK-Plus

In den Jahren 2015 bis 2018 wurden von dem Autor zahlreiche Anwendungsbeobachtungen über die Wirkung der IPK-Plus gemacht. Durchgeführt wurden die Anwendungen mit dem lympha-mat von der Firma Bösl Medizintechnik. Die dazugehörigen Manschetten verfügen über 12 bzw. bei Hosenmanschetten 24 überlappenden Kammern. Folgendes kann festgestellt werden:

Die Wirkung im Hinblick auf eine Flüssigkeitsverdrängung wird nicht nur quantitativ erheblich gesteigert, sondern eine Ödemabnahme findet im Verlauf der gesamten Extremität statt. Durch die Unterpolsterung können signifikant höhere Drücke toleriert werden, und eine IPK-Anwendung unter solchen Bedingungen wird als deutlich angenehmer empfunden. Wird eine solche Anwendung über mehrere Stunden durchgeführt, kann eine beträchtliche Volumenreduktion herbeigeführt werden.

Als Regel gilt: je weicher sich das Ödem darstellt, desto stärker und schneller ist die Wirkung.

Sowohl bei weiblichen wie auch männlichen Patienten konnte eine effektive entödematisierende Wirkung im Genitalbereich erreicht werden; hierzu wurde die Behandlung mittels einer Hosenmanschette durchgeführt.

Eine Lockerung und entstauende Wirkung von fibrotischen Gewebeveränderungen ist auf diesem Weg möglich. Bei weit fortgeschrittener stark ausgeprägter indurierter Haut ist jedoch zusätzliche Handarbeit mit den speziellen bekannten MLD-Behandlungstechniken erforderlich.

Darüber hinaus kann ein wie oben beschriebener Muff in einen von Hand gelegten Kompressionsverband verbaut werden. Wenn Patienten zusätzlich für Bewegung in diesen Kompressionsbandagen sorgen, entfaltet eine solche Maßnahme eine ebenfalls stark gewebeauflockernde und entstauende Wirkung.

Bezüglich der Behandlung Lymphostatischer Fibrose haben wir inzwischen einige Patienten, die mittels eines Heimgerätes IPK-plus Unterpolsterung einsetzen. Diese Patienten haben sich ohne Ausnahme zuvor einer leitliniengerechten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (Phase 1) unterzogen und besitzen maßangefertigte flachgestrickte Kompressionsware. Die Untersuchungen durch Umfangmessungen und Palpation in der Phase 2 der KPE zeigen deutliche Hinweise, dass sich möglicherweise eine Lymphostatische Fibrose zurückbildet. Auf jeden Fall lassen sich die guten Behandlungsergebnisse aus der Phase 1 der KPE nicht nur messbar konservieren, sondern auch optimieren. Die IPK kann sowohl in der Entstauungsphase als auch in der Erhaltungsphase der KPE eingesetzt werden.

Ob tatsächlich ein Rückgang von Fibrose auf diesem Wege möglich ist, bleibt zunächst hypothetisch, wir hoffen auf entsprechende Ergebnisse aus Untersuchungen in dieser Richtung.

Erstaunlich gut wurden solche Anwendungen schmerzfrei von Patienten mit durch Traumen verursachten Ödemen vertragen, selbst wenn ein solches Trauma erst einen Tag zuvor erlitten wurde.

Bezüglich entzündlicher Ödeme konnten sehr gute Behandlungsresultate bei Patienten nach erlittenem Erysipel erzielt werden. Es sei aber betont, dass diese bereits unter einer Antibiotikatherapie standen und wir dazu die ausdrückliche Genehmigung durch die behandelten Ärzte eingeholt hatten.

Sehr gut angesprochen haben IPK-Plus-Anwendungen bei Patientinnen mit einem Lipödem. IPK-Plus ist hier sowohl eine unverzichtbare Maßnahme zur Entstauung, die eine Voraussetzung für später gut sitzende Kompressionsstrümpfe ist, als auch ein hilfreiches Verfahren in der Nachbehandlung nach einer erfolgten Liposuktion.

IPK-Plus-Behandlungen wurden auch mit einer Sportlerin (Leichtathletin) und einer ebenfalls professionell arbeitenden Tänzerin durchgeführt, die bereits Erfahrung mit der IPK in herkömmlicher Weise hatten.

Beide unterzogen sich regelmäßig über zwei Monate IPK-Plus-Behandlungen nach Training, Auftritten bzw. nach Wettkämpfen und schätzen diese als eine sehr wirkungsvolle Maßnahme zur Regeneration.

Die Anwendungen wurden mittels Hosenmanschette durchgeführt, so dass die Unterpolsterung auch über den inguinalen Lymphknoten wirken konnte.

Übereinstimmend äußerten sich beide Probandinnen, dass sie eine Anwendung IPK-Plus als wirkungsvoller und angenehmer empfanden als eine ohne solche Unterpolsterung. Palpatorisch konnte der Anwender feststellen, dass sich Schwellungen der regionären Lymphknoten verminderten.

Lymphknoten verfügen über eine feste bindegewebige Kapsel, es ist daher nicht anzunehmen, dass man diese mit irgendwelchen Techniken direkt in sinnvoller Weise behandeln könnte. Vorstellbar wäre, dass die bei der IPK-Plus verwendeten Schaumstoffkörper die lymphgefäßreichen Zonen zwischen den epifaszialen Lymphknoten erreichen und bei den dort befindlichen vasa afferentia et efferentia eine Steigerung der Lymphangiomotorik bewirkt werden könnte.

Eine IPK (Intermittierende Pneumatische Kompression) Behandlung sollte im Optimalfall nur von auf dem Gebiet der Lymphangiologie geschulten und erfahrenen Ärzten sowie Lymphdrainagetherapeuten eingeleitet werden, die bereits über genügend Erfahrung mit der bisher gängigen Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie verfügen (Q ).

Die IPK-Plus-Unterpolsterung stellt ein eigenständiges Verfahren dar und ist nur bedingt als ein Ersatz zu Manueller Lymphdrainage und Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie zu betrachten. Die umfassende Aufklärung der betroffenen Patienten ist unerlässlich, und die Anleitung zum Selbstmanagement kann nicht durch Apparate erfolgen.

Zusammenfassung

Die nebenwirkungsfreie Methode Morand/IPK Plus arbeitet, basierend auf der klassischen intermittierenden pneumatischen Kompression, mit einer zusätzlichen speziellen Form der Unterpolsterung.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Art der IPK-Anwendung ergeben sich folgende Vorteile:

  • Die in einer Zeiteinheit mobilisierte Flüssigkeitsmenge ist erheblich höher als mit der klassischen IPK.
  • An den Extremitäten wird nicht nur distal, sondern auch proximal eine Ödemreduktion erreicht.
  • Neu ist die Beobachtung, dass eine Lymphostatische Fibrose über einen apparativen Weg erweicht und entstaut werden kann.
  • Eine Anwendung mit Unterpolsterung wird signifikant als deutlich angenehmer empfunden als IPK auf herkömmliche Weise.


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