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Arbeitsweise der IPK/AIK

Bei der unter dem internationalen Begriff „Intermittierende Pneumatische Kompression (IPK)“ geführten, aber auch als „Apparative Intermittierende Kompression (AIK)“ bekannten Methode füllt ein steuerbarer Kompressor Manschetten, die meist über 12 einzelne überlappende Kammern verfügen, von fuß- oder hand- nach zentralwärts nacheinander mit Luft. Der individuell einstellbare Druck schwächt sich von Kammer zu Kammer kontinuierlich ab. Ist auch die letzte Zelle mit Luft gefüllt, entlüftet sich die Manschette fast vollständig, und der Vorgang beginnt nach einem zuvor eingestellten Zeitintervall wieder von vorn.

Bei der herkömmlichen Anwendung der IPK wirkt eine glatte, feste Kunststoffhülle auf den Hautmantel. Ohne Zweifel gelingt es unter IPK-Anwendungen, Ödemvolumen deutlich zu reduzieren. Bei sorgfältiger Indikationsstellung, Beachtung der Kontraindikationen sowie korrekter Anwendung eines Gerätes handelt es sich bei der IPK um eine sichere Therapiemaßnahme.

Zur Wirkweise der IPK liegen Veröffentlichungen vor, in denen gezeigt wird, dass Gewebsflüssigkeit in den Gewebsspalten nach zentral verschoben wird. Daher wird eine Anwendung der IPK bei distal betonten Extremitäten-Lymphödemen ohne Rumpfbeteiligung adjuvant zur KPE akzeptiert.

Manschette von innen: bestehend aus typisch glattem, festen Kunststoffmaterial. Steuerungsgerät mit einer beispielhaft angeschlossenen Beinmanschette zur IPK-Behandlung in unterschiedlichen Füllstadien.

Unter Anwendung der IPK kommt es zu einer Flüssigkeitsverdrängung durch prälymphatische Kanäle und das klappenlose Lymphkapillarnetz. Weiterhin wird angenommen, dass eine direkte Anregung der Lymphkollektoren oder auch eine indirekte Wirkung über eine Stimulation des die Lymphangiomotorik steuernden vegetativen Nervensystems erfolgt.

Bei vom Autor durchgeführten Praxistests mit drei Probandinnen kam es unter einer 60minütigen IPK-Anwendung zu einer Ödemabnahme im distalen Bereich, aber auch zu einer Zunahme im Bereich der Oberschenkel bzw. des Oberarms.

Wenn ausschließlich eine glatte, feste Fläche, besonders im mit Luft gefüllten Zustand, auf den Hautmantel wirkt, ist es nicht verwunderlich, dass kaum eine lockernde bzw. entstauende Wirkung im Hinblick auf fibrotische Hautveränderungen festgestellt werden kann. In Zweifel zu ziehen ist, ob unter solchen Bedingungen auch jede zu entstauende Region erfasst wird, sobald wir es beispielsweise mit einem Hohlraum wie der retromalleolären Region zu tun haben.

Genitallymphödeme, hervorgerufen durch die IPK, wurden in keiner Studie seit 1998 beschrieben. Es liegen ebenfalls keine Veröffentlichungen vor, dass es über IPK-Anwendungen möglich ist, effektiv eine Entödematisierung im Rumpf- bzw. Genitalbereich herbeizuführen.


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