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Genitallymphödeme / Lymphödem bds. Beine

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Im Bereich der Lymphangiologie angesiedelte Fachleute befürchten, dass bei Patienten mit einem zentral gestörten Lymphabfluss ein Ödem von den Extremitäten her in den Rumpfbereich verschoben wird, wo ebenfalls häufig eine Lymphabflussstörung vorliegt, so dass es dann auch zu Ödemen im Bereich der Extremitätenwurzel, insbesondere im Genitalbereich kommen könnte. Wie verhält es sich aber, wenn bei Patienten mit einem manifesten Ödem im Genitalbereich eine IPK in Plus-Form angewendet wird?

Patient, 60 Jahre, mit deutlich ausgeprägtem Lymphödem an Skrotum und Penis, mit erheblicher Schwellung der Vorhaut, so dass es dem Betroffenem über ein halbes Jahr lang nicht mehr gelang, diese über seine Glans Penis zu ziehen. Der Patient wurde folgendermaßen behandelt: Eigens in Handarbeit produzierte mit reichlich Schaumstoffwürfeln gefüllte Kissen zur Einlage im Genitalbereich innerhalb einer IPK-Hosenmanschette, zwei Schneiderpacks in Muffform wurden zum Schutz im Bein- und Fußbereich platziert, um eine möglichst hohe Druckstärke einstellen zu können. Nach bereits 60 Minuten Behandlungszeit war eine sehr deutliche Ödemreduktion im gesamten Stauungsgebiet erkennbar, und es war dem Patienten sofort nach Beendigung der Behandlung möglich, die Vorhaut wieder über seine Glans Penis zu ziehen.

Durch diesen erfolgreichen Versuch bestätigt, konnte anschließend bei zwei Frauen, die ebenfalls ein sekundäres Lymphödem im Genitalbereich aufwiesen, eine ebenso rasche Entstauung im Bereich der Labien (Schamlippen) und der Mons-Pubis Region (Schamhügel) beobachtet werden.

Besonders bemerkenswert ist bei diesen klaren Verläufen die enorme Geschwindigkeit der Entstauung. Aus langjährig gesammelter Erfahrung, kommt der Anwender zu der Feststellung, dass ein ähnliches Ergebnis mit der herkömmlichen MLD/KPE erst nach einigen Sitzungen in täglicher Folge erzielt worden wäre.

Alle Abbildungen zeigen die Anordnung der Komponenten zur Therapie, bei Lymphödemen der unteren Körperhälfte, unter und in einer Hosenmanschette.

Weiterhin liegen bisher noch keine Veröffentlichungen vor, dass es über IPK-Anwendungen überhaupt möglich ist, effektiv eine Entödematisierung im Rumpf- bzw. Genitalbereich herbeizuführen.

Wenn ein Genitallymphödem mit dieser Therapie erfolgreich beseitigt werden kann, müsste das im Umkehrschluss bedeuten, dass man den Genitalbereich sowie auch die ipsilateralen Rumpfquadranten auch präventiv über diesen Weg verlässlich vor einer Ödemverlagerung schützen kann, so wie es bei dem nächsten Fall beschrieben wird.

Genitallymphödeme / Lymphödem bds. Beine
Zustand vor und nach 90-minütiger IPK-PLUS-Behandlung

Lymphödembehandlung beider Beine

Patient, 80 Jahre, in gutem Allgemeinzustand, sekundäre Lymphödeme bei metastasierendem Prostata- Karzinom, massive leicht dellbare Schwellungen beider Beine, Füße und Zehen, links stärker als rechts. Der Patient kam mit einem hohen Leidensdruck in unsere Praxis und bat um eine schnelle Aufnahme der Behandlung, die wir ihm aufgrund unseres hohen Patientenaufkommens nicht in Aussicht stellen konnten.

Mit seinem Einverständnis und nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgte folgendes Therapieregime: Versorgung der gesamten unteren Körperhälfte mit Kissen und Schläuchen, die reichlich mit Schaumstoffwürfeln gefüllt waren, sowie eine darüber gezogene Hosenmanschette. Die Druckeinstellung wurde von dem Patienten von 60 auf 80 mmHG gesteigert, Anwendungszeit 60 Minuten. Auch hier konnten wir das gleiche Ergebnis einer deutlich abschwellenden Wirkung beobachten. Mit einem lymphologischen Kompressionsverband verließ er die Praxis und wurde nun fortwährend eineinhalb Wochen täglich auf die immer gleiche Art weiter behandelt. Den therapiefreien Sonntag verbrachte er bandagiert und vertrug die Maßnahmen sehr gut, insbesondere auch die Kompressionsbandagierung. Wie bei einer KPE-Behandlung ist diese Maßnahme unverzichtbar. Nach eineinhalb Wochen waren die Ödeme weitestgehend abgearbeitet, auch die am rechten Bein inzwischen deutlich sicht- und tastbaren lymphostatisch- fibrotischen Veränderungen erschienen weich und gut entstaut. Wir ließen darauf hin eine flachgestrickte Kompressionsstrumpfhose ausmessen, die nach einer Woche passend zur Verfügung stand, so dass das gute Behandlungsergebnis gehalten werden konnte. In der Phase 2 der KPE kam unser Patient nur noch 1-2x pro Woche zur Behandlung. Er wurde sowohl mit manuell erbrachter Lymphdrainage als auch apparativ behandelt und sollte dann entscheiden, wie es weiter geht. Er bevorzugte die apparative Therapie. Mit Hilfe der onkologischen Behandlung gelingt es, die bei ihm nicht mehr heilbare Krebserkrankung in Schach zu halten. Der Zustand des Patienten hat sich inzwischen deutlich verbessert, so dass er inzwischen kaum noch auf seine Kompressionsstrumpfhose zurückgreifen muss. Er trägt inzwischen meistens beidseits eine Versorgung, die nur bis zu den Knien reicht (Flachstrick). Auch konnte inzwischen die Kompressionsstrumpfversorgung der Zehen abgesetzt werden.


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